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Film

Fantasy Filmfest Nights 2013

Festivalplakat (Ausschnitt) Rosebud Entertainment Festivalplakat (Ausschnitt)

Auch 2013 fanden die Fantasy Filmfest Nights in sieben Städten statt. Am letzten Wochenende in Berlin war mellowdramatix’s Horrorexperte syno nyhm dabei. Wieder im CineStar am Potsdamer Platz, einem Kino das normalerweise auf englischsprachige Originalversionen spezialisiert ist. Die verglaste Decke des Hauptkorridors lässt einen zwischen den Filmen immer wieder von unten zum Potsdamer Platz aufblicken. Dort ist klar zu erkennen, dass das Wetter nach langem Winter endlich wieder Sonne und blauen Himmel bietet. Im Saal drei wird einem jedoch ein klares Kontrastprogramm geliefert. In diesem Jahr bietet das Programm mit nur wenigen Ausnahmen (John Dies at the End, Citadel und Stocker) sehr heftige und oftmals blutige Horrorkost. Daher ist es verwunderlich, dass grade am ersten Tag eine Schlachtplatte der nächsten folgt.

Hyett-QA1Beginnend mit dem blutigen Body-Modifikation-Horror American Mary über No One Lives, ein gnadenloses Psychokiller-Slasher-Bankett, bis hin zum engen Szenario des extremen Gore-Massakers The Collection, die ersten drei Filme sind alle überaus blutig. Mit The Seasoning House folgt schwere Kost über Kriegswirren, Kindesentführungen und Zwangsprostitution. Diese sind angesiedelt in einer Art von albtraumhaften Märchen, in dem ebenfalls literweise Kunstblut vergossen wird, was die Intensität von Paul Hyetts Regiedebüt jedoch erheblich steigert. Dieser stand anschließend zum Q&A bereit und liefert dabei einige Informationen über die Hintergründe von The Seasoning House. Mit The ABCs of Death geht es säftereich weiter. In insgesamt 26 Episoden werden von renommierten Genreregisseuren 26 Wege zu sterben dargestellt.

Der zweite Tag eröffnet erfreulich abwechslungsreich mit Citadel. Dabei handelt es sich um einen Suspense-Horrorfilm der klassischen Art – heutzutage eine Seltenheit und somit umso überraschender. Anschließend entführt Painless den Zuschauer in eine psychiatrische Anstalt, in der Kinder behandelt werden, die kein Schmerzempfinden besitzen. Parallel dazu sieht sich ein Mann gezwungen Nachforschungen über seine Herkunft durchzuführen, die zunehmend auf diese Anstalt hindeuten. Vollkommen anders ist John Dies at the End. Der Film ist Trash in High-Quality, mit einer absurden Handlung, skurrilen Charakteren und witzigen Momenten, die ihres gleichen suchen. Stoker ist unerwartet: ein brillanter Psychothriller irgendwo zwischen Im Schatten des Zweifels und Psycho. Dabei ist Stoker jedoch selbstständig und gelungen. Das Ende liefert The Bay, eine Found-Footage-Geschichte um eine Naturkatastrophe, die von der amerikanischen Regierung vertuscht wurde.

 Cinestar

Insgesamt liefern die Nights 2013 einen tiefen Einblick in die dunkle Seite des Horrors. Da das Programm nicht in allen Städten gleich aufgebaut war, werden die Filme in diesem Jahr alphabetisch gelistet. Ausführliche Rezensionen stehen unten zur Verfügung. Die Stimmung beim Publikum ist weitgehend gut, die Veranstalter sichtlich entspannt und auch mal für das ein oder andere kurze Gespräch zu haben. Für mehrere Vorführungen stand bereits vor dem Wochenende fest, dass diese ausverkauft sein würden, somit scheint sich auch in diesem Jahr das Programm zu rentieren.

Unsere Rezensionen sind geballt unter dem Schlagwort Fantasy Filmfest 2013 zu finden, darunter auch jene zu den Nights 2013. Mittlerweile haben wir als regelmäßige Gäste des Festivals zudem einen Dauerschwerpunkt zum Fantasy Filmfest eingerichtet. Dort lassen sich alle unsere Filmbesprechungen, nach Jahren geordnet, nachlesen.

Letzte Änderung amFreitag, 26 Juni 2020 19:10
syno nyhm

„Syno ist irgendwann hier aufgetaucht und seit dem nicht mehr weggegangen.“

– Edward

syno hat das Bloggen bemerkt. Da er das Jonglieren mit Medien liebt, ist das für ihn genau die richtige Freizeitaktivität. Durch einen Bachelor in Multimedia Production bringt er so manches an Vorwissen mit. Vor Kurzem beendete er erfolgreich das Masterstudium der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Schwerpunkte sieht er im Bereich Horror, Film, Videospiel und Miniaturen, wildert jedoch ohne große Scheu auch in anderen Rubriken. Sein persönlicher Liebling ist die Kategorie Wissen, für dessen Aufzucht er zuständig ist.

Twitter: @synonyhm      Facebook: syno nyhm

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„Die Normalsten sind die Kränkesten. Und die Kranken sind die Gesündesten. Das klingt geistreich oder vielleicht zugespitzt. Aber es ist mir ganz ernst damit, es ist nicht eine witzige Formel. Der Mensch, der krank ist, der zeigt, daß bei ihm gewisse menschliche Dinge noch nicht so unterdrückt sind, daß sie in Konflikt kommen mit den Mustern der Kultur und daß sie dadurch, durch diese Friktion, Symptome erzeugen. […] sehr viele Menschen, das heißt, die Normalen, sind so angepaßt, die haben so alles, was ihr eigen ist, verlassen, die sind so entfremdet, so instrumente-, so roboterhaft geworden, daß sie schon gar keinen Konflikt mehr empfinden.“

– Erich Fromm

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