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„Ghost Stories“ will das Fürchten lehren

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In diesem spannenden und intensiven britischen Episoden-Horrorfilm stellen drei paranormale Phänomene die geistige Gesundheit eines Professors auf die Probe.

In Kürze: 250 Wörter über…

Professor Goodman (Andy Nyman) hat sein Leben der Aufdeckung von paranormalen Schwindelleien gewidmet. Er ist überzeugt davon, dass Übernatürliches nicht real sei und nimmt mit Freunden die Herausforderung an, drei Fälle logisch zu beweisen. Dies führt den selbstbewussten Wissenschaftler in albtraumhafte Erfahrungen dreier Menschen. Das alles hat etwas Dubioses, denn Goodmans Idol ist vor vielen Jahren selbst unter mysteriösen Umständen verschwunden. Dass der Mann nun – halb wahnsinnig und schwer krank – wieder auftaucht, stellt das erste große Mysterium dar in Ghost Stories dar.

Ghost Stories orientiert sich am klassischen Episodenhorrorfilm (Black Sabbath, Tales of Terror, etc.). Der Film liefert jedoch eine in sich geschlossene Narration, welche die einzelnen Episoden mit der Rahmung verbindet. Dabei ist besonders das überraschende Ende des Films großartig gelungen. In diesem Film ist weniger oft mehr, sodass mit dichter Atmosphäre anstelle von simplen Schockmomenten inszeniert wird. Das ist recht klassisch und wirkt in der heutigen Zeit sehr ruhig. Dadurch ist Ghost Stories unerwartet gruselig, denn bereits die Ruhe des Werkes unterstützt die Andersartigkeiten, denen der Protagonist sich stellen muss. Abgerundet wird der spannende Horrorfilm durch pointierten britischen Humor, der immerhin für gelegentliche Entspannung im sonst durchweg spannenden Werk sorgt.

Mit seinem eigenwilligen Stil, intensiver Atmosphäre und gekonnter Schreckensinszenierung schafft sich Ghost Stories seine eigene kleine Nische, die vor allem jenen Zuschauenden Freude bereiten dürfte, die klassischen Suspense-Horror mögen. Ein Geheimtipp, der ab 19. April 2018 in den deutschen Kinos zu sehen sein wird – vermutlich allerdings nicht in allzu vielen.

Trailer Ghost Stories

Infokasten

„Ghost Stories“

Regie: Jeremy Dyson und Andy Nyman

Drehbuch: Jeremy Dyson und Andy Nyman

Produktion: Warp Films, Altitude Film Entertainment

Laufzeit: 98 Minuten (uncut)

Verleih: Concorde Filmverleih

UK | 2017

Ab dem 19.04.2018 im Kino.

Letzte Änderung amFreitag, 26 Januar 2018 22:32
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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„Die Normalsten sind die Kränkesten. Und die Kranken sind die Gesündesten. Das klingt geistreich oder vielleicht zugespitzt. Aber es ist mir ganz ernst damit, es ist nicht eine witzige Formel. Der Mensch, der krank ist, der zeigt, daß bei ihm gewisse menschliche Dinge noch nicht so unterdrückt sind, daß sie in Konflikt kommen mit den Mustern der Kultur und daß sie dadurch, durch diese Friktion, Symptome erzeugen. […] sehr viele Menschen, das heißt, die Normalen, sind so angepaßt, die haben so alles, was ihr eigen ist, verlassen, die sind so entfremdet, so instrumente-, so roboterhaft geworden, daß sie schon gar keinen Konflikt mehr empfinden.“

– Erich Fromm