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Film

Rückblick auf „Angel Heart“ von Alan Parker (1987)

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Alan Parkers Angel Heart ist eine Detektivgeschichte, die in einem Mystery-Mix aus Voodoo, schwarzer Magie und Diabolik mündet. Stimmungsvoll und ruhig erzählt!

Kurzrezension

Der Film Angel Heart des Regisseurs Alan Parker ist ein wahres Fundstück für mich. Darauf gekommen bin ich über eine Empfehlung in einem Rollenspiel-Buch, in dem der Film als Inspirationsquelle gelistet wird. Die mysteriöse Geschichte beginnt mit dem Privatdetektiv Harry Angel (Mickey Rourke), einem ziemlich abgebrochenen Typen. Angel soll einen gewissen Johnny Favourite aufspüren, der bei seinem Klienten Louis Cyphre (Robert De Niro) noch Schulden hat. Zwar ist Cyphre ein seltsamer Mann mit diabolischer Aura, doch der Fall an sich scheint zunächst nichts Außergewöhnliches zu sein. Schnell stellt sich das als Irrtum heraus, spätestens dann, als die erste Verbindung zu Favourite, Dr. Albert Fowler (Michael Higgins), brutal ermordet wird. Schließlich führt die Spur nach New Orleans und nicht nur mitten in die schwarze Magie des Voodoo, sondern auch in Angels verdrängte Vergangenheit.

Angel Heart beginnt als typische Detektivgeschichte mit abgehalftertem Protagonisten, mündet aber schon bald in einem Mystery-Plot. Eingestreute Visionen oder metaphorisch zu verstehende Szenen führen ein fantastisches Rätsel in den Film ein, während die durchgehend stimmungsvolle Musik eine beklemmend-melancholische Atmosphäre schafft, als sei irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung. Diese Bedrohung ist lange Zeit nicht fassbar, weil die Geschehnisse sich zunehmend verrätseln und die bedrückenden Melodien oft im Kontrast zu den gezeigten Bildern steht. Auch wenn Angel allein in der Kneipe oder rauchend im Imbiss sitzt, nachdenkt und die nächsten Schritte plant, bricht der Soundtrack nicht mit seinen unheimlichen Klängen, sondern hält den Schrecken aufrecht, der erstaunlicherweise vornehmlich über den Ton vermittelt wird. Der Trailer liefert einen guten Eindruck davon. Selbst wenn es abgedroschen klingt, es ist für diesen Film unbedingt wahr: Das englische Original ist durch die Art, wie die Schauspieler ihren Text sprechen, um einiges intensiver als die deutsche Fassung.

Angel Heart fühlt sich ganz anders an als zeitgenössische Filme, nimmt sich mehr Zeit für die Handlung und weist deutlich längere Einstellungen auf, ist nur punktiert brutal und blutig. Durch und durch sehenswert!

 

Trailer zu Angel Heart

Letzte Änderung amSonntag, 28 Juni 2020 07:40
Edvard Solstad

Edvard schreibt über Horror und Phantastik, deren literarische Formen ihn am meisten interessieren.

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„Horror ist eine Gattung der Phantastik, in deren Fiktionen das Unmögliche in einer Welt möglich und real wird, die der unseren weitgehend gleicht, und wo Menschen, die uns ebenfalls gleichen, auf diese Anzeichen der Brüchigkeit ihrer Welt mit Grauen reagieren.“ – Hans. D. Baumann: Horror. Die Lust am Grauen. Weinheim 1989, S. 109.

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