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„Gefesselt – Wake in Fear“, ein intensiver Indie-Entführungshorror

Werbematerial Tiberius Film Werbematerial

Attraktive, junge Frauen in Unterwäsche eingepfercht in einen heruntergekommenen Raum. Immer wieder kommt ein Maskierter, der einer die Kehle durchschneidet.

In Kürze: 250 Worte über...

Chloe (Caitlin Stasey) erwacht. Sie liegt auf dem Boden, auf einem verdreckten Teppich. Der Bildausschnitt wird gedreht, ein Knebel im Mund der jungen Frau wird sichtbar. Nach und nach realisiert sie ihre Situation. Panik bricht aus. Chloe dreht sich um und entdeckt, dass sie nicht allein ist. Der Raum ist gefüllt mit jungen Frauen, viele von ihnen sind tot. Plötzlich tritt ein Mann in den Raum und zieht eine andere Gefesselte heraus. Der darauffolgende Schrecken im angrenzenden Raum manifestiert sich über das Sounddesign.

Regisseur Dylan K. Narang zwingt in seinem Film, der im Original den wesentlich treffenderen Titel All I Need trägt, den Zuschauenden dazu, einem brutalen Überlebenskampf beizuwohnen. Brutal insofern, als Chloe es schafft, sich von ihren Fesseln zu befreien, und im Anschluss versucht, einen Ausweg aus diesem Albtraum zu finden. Teilweise sehr explizit, aber immer mit Fingerspitzengefühl, führt der Regisseur und Drehbuchautor seine Protagonistin durch ein grausames Szenario, das partiell die Züge eines Folterspiels annimmt. In einem anderen Handlungsstrang erfährt der Zuschauende etwas über die Hintergründe der Geschehnisse. Hierbei beschreitet Gefesselt einen langen Pfad, der zu einem übernatürlichen Ziel führt.

Mit viel Ruhe wird hier ein intensives, klaustrophobisches und bis zuletzt spannendes Horrorszenario geboten. Auf diesen Film muss man sich einlassen, tut man dies, wird einem ein höllischer Ritt geboten. Die leicht bekleideten Frauen sind kein schönes Schauwerk, sie werden in diesem Film genutzt, um den Schrecken auf einer ästhetischen Ebene deutlicher zu manifestieren – die Schönheit wird pervertiert. Für Fans von harten Horrorfilmen, die unkonventionell sind, ist Gefesselt klar zu empfehlen.

Trailer Gefesselt – Wake in Fear

Infokasten

„Gefesselt – Wake in Fear“ (OT: „All I Need“)

Regie: Dylan K. Narang

Drehbuch: Dylan K. Narang

Produktion: Foggy Bottom Pictures, Girls and Corpses

Verleih: Tiberius Film

Laufzeit: 85 Minuten (Uncut)

USA 2016

Ab 07.09.2017 im Handel auf DVD, Blu-ray-Disc und VoD (Video on Demand).

Letzte Änderung amSonntag, 03 September 2017 15:03
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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„Phantasie bzw. Fantasie (griech.: [...] phantasía – ‚Erscheinung’, ‚Vorstellung’, ‚Traumgesicht’, ‚Gespenst’) bezeichnet eine kreative Fähigkeit des Menschen. Oft ist der Begriff mit dem Bereich des Bildhaften verknüpft (Erinnerungsbilder, Vorstellungsbilder), kann aber auch auf sprachliche und logische Leistungen (Ideen) bezogen werden. Im engeren Sinn als Vorstellungskraft bzw. Imagination ist mit Phantasie vor allem die Fähigkeit gemeint, innere Bilder und damit eine ‚Innenwelt’ zu erzeugen.“

Wikipedia