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Film

„Tragedy Girls“ – Famegeile High-School-Mädels mit Faible fürs Töten

Filmplakat (Ausschnitt) Filmplakat (Ausschnitt)

Sadie und McKayla sind anders als die übrigen Mädels in der High-School. Denn sie interessieren sich nicht nur für Serienkiller, sie wollen selbst welche sein.

Kurzrezension

TG 1Tragedy Girls ist eine bitterböse Horrorkomödie, die das Slashergenre mal aus einem neuen Blickwinkel beleuchtet und es mit anderen Motivbereichen kreuzt: aktuellste High-School-Probleme von Teenagern, etwa die Selbstdefinition über Likes und Follower in sozialen Medien. Dadurch wirkt Tragedy Girls sehr erfrischend und innovativ. Den Fokus legt der Film von Tyler MacIntyre, der im Fresh-Blood-Wettbewerb des Fantasy Filmfestes mitmacht, auf die weiblichen Charaktere, die in Slashern klassischerweise eher die Opfer eines psychopathischen Serienkillers sind, hier aber selbst Hand anlegen.

Sadie und McKayla sind zwei abgefuckte High-School-Schülerinnen mit Engelsgesichtern (Brianna Hildebrand, Alexandra Shipp), die sich einen Serienkiller einfangen, um von ihm sein Handwerk zu lernen. Schon lange berichten sie über dessen neueste Morde in den sozialen Medien und haben hierfür extra einen Twitter-Account namens TragedyGirls erstellt. Sie sind jung, hübsch und ziemlich famegeil, würden alles dafür tun, um neue Likes und Follower für ihren Account zu generieren. Vielleicht sogar töten und derart neue Morde inszenieren, die sich werbewirksam einsetzen lassen, insbesondere wenn es sich bei den Opfern um Leute handelt, die beliebter sind oder mehr Aufmerksamkeit erhalten als sie.

TG 2Sadie und McKayla sind zwei Protagonistinnen, die man lieben kann und zugleich hassen will. Wie dieses Traumpaar sich über den Film entwickelt, wie böse es wirklich ist, welche Konflikte es zu trennen droht und, ob es mit ihren Gräueltaten davonkommen wird, ist ein Spannungselement des Films. Da hinein gestreut ist viel Medien- und Gesellschaftskritik, die in urkomische Situationen verpackt wird, lustig zwar, aber irgendwie auch schrecklich und in dieser Schrecklichkeit ergreifend. Das ist eine Zerrissenheit, die eine gute Horrorkomödie für mich ausmacht.

Wie gesagt, Tragedy Girls ist bitterböse, dazu voll tiefschwarzen Humors und reich an wohldosierten Splattereffekten. Ein echtes Highlight des diesjährigen Fantasy Filmfestes, bei dem die Gäste in Berlin ordentlich applaudierten.

 

Trailer zu Tragedy Girls

Infokasten

„Tragedy Girls“

Regie: Tyler MacIntyre

Drehbuch: Chris Lee Hill, Tyler MacIntyre, Justin Olson

Laufzeit: 90 Minuten

Produzent: Armen Aghaeian, Tara Ansley, Anthony Holt

USA | 2017

Letzte Änderung amSonntag, 17 September 2017 12:00
André Vollmer

Schriftsteller, der Kritiken schreibt. Gründer von Mellowdramatix. Am Meer geboren.

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"Games introduced us to a symbiotic relationship with machines that we took for granted."

(aus Gordon Calleja (2011) In-Game, S.2)