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Serie

Mord + Kleinstadt-Ironie = „Brokenwood“ (Staffel 1)

Filmstill edel: motion, Glücksstern PR Filmstill

In der ersten Staffel der neuseeländischen Krimiserie Brokenwood verschlägt es einen schrulligen, aber cleveren Kommissar in eine verträumte Kleinstadt.

Kurzrezension

BW S1 2Detective Senior Sergeant Mike Shepherd (Neill Rea) ist ein erfahrener Topermittler aus der Großstadt. Er löst seine Mordfälle auf ungewöhnliche Art, was ihm den Ruf eingebracht hat, ein Exzentriker zu sein. Wenn er mit seinem Holden-Oldtimer von 1971 durch die Straßen braust und dabei verschiedene Arten von Country-Musik hört, wirkt er nicht wie ein scharfsinniger Polizist. Mike Shepherd spricht mit den Leichen der Verstorbenen, in der Hoffnung eine Antwort von diesen zu erhalten. Das ist allerdings komplett in der inszenierten Wirklichkeit rückgekoppelt, denn er bekommt keine Antworten von den Verstorbenen. Bei seinen Kolleginnen und Kollegen sorgt dieses Vorgehen für Verwunderung, Stirnrunzeln und Spott. Im Verlauf der Serie verdient sich der Stadtpolizist, der nun in einer ländlichen Kleinstadt lebt und arbeitet, jedoch die gewünschte Anerkennung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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BW S1 5Die Kriminalfälle sind gut durchdacht und spannend inszeniert. Das Figurenensemble besteht aus einer Vielzahl schrullig-liebenswerter Charaktere. Der eindeutige Erfolgsfaktor dieser Serie findet sich allerdings in den Dialogen und dem vermittelten Bild eines ironisierten Kleinstadtlebens. Die Serie wird vornehmlich von drei Figuren getragen, um die herum die Ermittlungen angesiedelt sind. Neben Mike Shepherd tragen vor allem Detective Constabler Kristin Sims (Fern Sutherland) und der gewitzte Maori Jared Morehu (Pana Hema-Taylor) die erste Staffel der Serie. Die Mordfälle finden immer in kleinstädtischen Milieus statt. Diese gesellschaftlichen Konstrukte bilden dann einen narrativen Rahmen für die jeweilige Episode. Obwohl bei Brokenwood der Unterhaltungswert im Vordergrund steht, gibt es einige überraschend heftige Morde, mit denen man nicht unbedingt rechnet.

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Fünf Jahre hat es gedauert, bis die erste Staffel von Brokenwood – Mord in Neuseeland es aus seiner Heimat nach Deutschland geschafft hat. Während in Neuseeland grade die sechste Staffel ausgestrahlt wurde, gibt es hierzulande nun die erste Staffel. Die Serie bietet lockere Unterhaltung mit spannenden Kriminalfällen, sich weiterentwickelnden Charakteren und einer großen Portion Ironie und Humor. Insgesamt überzeugt die erste Staffel vor allem durch die Figurenkonstellationen und die unkonventionellen Methoden von Ermittler Mike Shepherd.

Trailer zu Brokenwood – Mord in Neuseeland (Staffel 1)

Infokasten

„Brokenwood – Mord in Neuseeland“ (OT: „The Brokenwood Mysteries“

Staffel 1

Serienentwicklung: Kelly Martin, John Barnett

Regie: Mike Smith, Josh Frizzell, Michael Hurst

Drehbuch: Philip Dalkin, Tim Bale, James Griffin

Produktion: Chris Bailey, South Pacific Pictures, all3media

Verleih: edel: motion

Laufzeit: 4 Episoden á 90 Minuten

Neuseeland | 2014

Veröffentlichung: Die Serie ist auf DVD und als Video-on-Demand im Handel erhältlich.

Bildrechte: Die Bilder dieses Artikels sind Ausschnitte aus dem besprochenen Medieninhalt. Deren Rechteinhaber können Sie dieser Infobox entnehmen.

Letzte Änderung amDonnerstag, 14 November 2019 20:43
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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„Der Begriff Horrorliteratur bezeichnet eine Literaturgattung, deren Gegenstand die Schilderung von angsteinflößenden und oft übernatürlichen Ereignissen ist. Dabei rücken überwiegend die grausigen Motive der Handlung (Monster, Untote, Dämonen, Entstellungen, Qualen etc.) in den Vordergrund bzw. Mittelpunkt.“

– Wikipedia