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„Plotting Horror“ – Dissertation von Thomas Heuer veröffentlicht

Schaubild aus der Dissertation Thomas Heuer Schaubild aus der Dissertation

Die Arbeit trägt den Titel: Plotting Horror. Ästhetik in dramaturgischer Perspektive – zwischen Medienspezifik und Transmedialität und ist nun kostenlos einsehbar.

Wissen

Auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin ist ab dem 06.05.2019 die Dissertation unseres Chefredakteurs Thomas Heuer als .pdf verfügbar. Es ist die offizielle erste Veröffentlichung dieser Arbeit, das Abstract findet sich nachstehend.

Zusammenfassung der Arbeit in deutscher Sprache:

Die Entwicklungsschübe der modernen Medien im 20. Jahrhundert (vom Film über die Programmvielfalt des Fernsehens bis zu den Genres des Computerspiels und den hybriden Formaten im Internet) haben die Wechselbeziehungen zwischen den Künsten, den Medien, den Sinnesmodalitäten, den verbalen und nonverbalen Ausdrucks- und Zeichenprozessen verstärkt und erweitert. Im Zuge dieser Entwicklungen sind Genre- und Formatfragen über das disziplinäre Interesse einzelner Kunst- und Medienwissenschaften hinaus ins Aufmerksamkeitsfeld einer vergleichenden Medienästhetik und -dramaturgie gerückt.

Aufbauend auf den Erkenntnissen von Eleonore Kalisch (Kalisch 2014) und den Überlegungen André Gaudreaults zu einer Unterscheidung zwischen Narration und Monstration (Gaudreault 2009), ist es gelungen ein Modell zur Analyse von Werken unter dem Ausgangspunkt von Dramaturgie und Präsentationsstruktur herauszubilden, das für jedwedes dramaturgisch motiviertes und fiktionales Werk verwendet werden kann, unabhängig vom Medium. Als Mittel zur Verdeutlichung der Thesen wird Horror als ästhetische Kategorie definiert, die einen direkten Einfluss auf die narrativen Strukturen eines Werkes besitzt, was den narrativ-monstrativen Doppelcharakter (Kalisch 2016) von Werken belegt und ferner verdeutlicht, dass Erzählung und Formung eines Werkes untrennbar verbunden sind. Die Dualität von Dramaturgie und Präsentationsstruktur wird in der Formung eines Werkes offenbar. Um dies zu verdeutlichen, werden im Verlauf der Arbeit kursorisch Beispiele von Werken mit Schreckensinhalten diskutiert und analysiert.

Basierend auf diesem Modell wird eine Diskussion des Themenkomplexes von Intermedialität und Transmedialität im Spannungsverhältnis zur Komparistik der Künste durchgeführt. In der Folge wird eine Ästhetik des Schreckens diskutiert und anhand von ästhetischen Wertungskategorien aufgezeigt. Abschließend werden drei narrativ-motivierte Konzeptionen für dramaturgisch angetriebene Schreckensinszenierungen aufgeführt, die zur Kategorisierung von Werken angewendet werden können: düstere Präfiguration, düstere Konfiguration und düstere Manifestation.

Zum Download der vollständigen Dissertation von Thomas Heuer geht es hier.

Literaturverzeichnis

Gaudreault, André (2009): From Plato to Lumière. Narration and monstration in literature and cinema. Unter Mitarbeit von Übersetzung aus dem Französischen von Timothy Barnard. Toronto Ont.: University of Toronto Press. Online verfügbar unter http://site.ebrary.com/lib/alltitles/docDetail.action?docID=10382054.

Heuer, Thomas (2019): Plotting Horror. Horror-Ästhetik in dramaturgischer Perspektive - zwischen Medienspezifik und Transmedialität. Berlin: edoc-Server der HU-Berlin. Online verfügbar unter https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/20726/dissertation_thomas_heuer.pdf?sequence=3&isAllowed=y, zuletzt geprüft am 06.05.2019.

Kalisch, Eleonore (2014): Prolegomena zu einer vergleichenden Dramaturgie der Medien. In: Christa Hasche, Eleonore Kalisch, Thomas Weber und Joan Kristin Bleicher (Hg.): Der dramaturgische Blick. Potenziale und Modelle von Dramaturgie im Medienwandel. Berlin: Avinus Verl. (Beiträge zur Medienkulturforschung), S. 15–34.

Letzte Änderung amMontag, 06 Mai 2019 13:41
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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Helmut Schmidt im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo (2012) im Zeit Magazin Nr. 17 vom 19.04.2012, S. 57