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Gaming

Update für „Windbound“ baut Kampfsystem aus

Kara im Ninja-Outfit (Fotomodus) 5 Lives Studios | Deep Silver Kara im Ninja-Outfit (Fotomodus)

Das Update vom 19. Februar verändert die Spielerfahrung. Ein verstärkter Fokus auf das Kämpfen bringt starke Gegner, mehr Ausrüstung und neue Kampftechniken.

Spielebericht und Rezension

Wer früher ein Computer- oder Videospiel kaufte, erhielt eine klar definierte Spielerfahrung, an der sich nach der Veröffentlichung des Spiels nicht mehr viel änderte. Es ist daher spannend zu beobachten, wie Spiele heutzutage noch lange nach dem Veröffentlichungstermin weiterentwickelt werden. Bei Online-Spielen nichts Neues. Hingegen bei Singleplayern wie Windbound ist es zumindest erwähnenswert. Denn mit dem letzten Update sind Spielinhalte hinzugekommen, die die Spielerfahrung stark verändern.

Verstärkter Fokus auf Kampf

wbupdate 1Windbound – Brave the Storm ist ein Survivalspiel mit einem Crafting-System in zufällig generierten, offenen Spielwelten, die nacheinander bereist werden – Inselketten, zwischen denen die Spieler*innen mit einem selbstgebauten Segelboot hin- und herfahren können, um Ressourcen zu sammeln, die Ausrüstung ihrer Spielfigur Kara zu verbessern und Schlüssel zu sammeln, die ermöglichen, in die nächste Welt zu gelangen. In meiner ersten Rezension zu Windbound habe ich das Spiel als eine eher entspannte Spielerfahrung beschrieben. Durch das Update ist diese Entspanntheit verschwunden. Denn das Kämpfen spielt nun eine bedeutend größere Rolle. Das hat Konsequenzen. Wer zum Beispiel alle Schlüssel beisammen hat und eine Spielwelt verlassen will, der muss ab der zweiten Welt am Ausgang gegen einen Ahnengeist kämpfen. Diese Kämpfe kann man nicht mehr verlassen und werden mit jeder neuen Welt schwieriger, also müssen sich die Spieler*innen gut darauf vorbereiten und machen im Zweifel am Levelausgang kehrt, um ihre Waffen und Heilgegenstände aufzurüsten, was wiederum bedeutet, dass sie mehr Ressourcen brauchen, also wieder mehr kämpfen (und sammeln) müssen. Denn je nach Spielmodus bringt der Tod der Spielfigur unterschiedlich starke Strafen mit sich, im schlimmsten Fall geht der gesamte Spielverlauf verloren. Dementsprechend übel kann es sein (oder sogar frustrierend), wenn Spieler*innen in einen unerwarteten Kampf geraten, den sie nicht wieder verlassen können. „Lernen durch Schmerz“ ist nun Teil der Spielerfahrung und erinnert an Titel wie Demon Souls oder Dark Souls, die alles andere als entspannt sind.

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Neues besonders gefährliches Terrain

Neu ist außerdem, dass es nun spirituell verseuchte Inseln gibt, zu erkennen an zweierlei: erstens an dem aufsteigenden Leuchten, das wie violett glühende Asche aussieht, und zweitens an dem schwarzen Schleim, der Schaden verursacht, kommt Kara ihm zu nahe. Erleidet die Spielfigur auf diesem Terrain Schaden, kann es passieren, dass sie ihre Lebensenergie nicht vollständig wiederherstellen kann. Violette Balken blockieren ihre Lebensanzeige und verschwinden erst nach einer Weile wieder. Die größte Gefahr sind die Ahnengeistern, die aus dem Schleim hervorplatzen und sofort angreifen. An ihnen kann sich Kara nicht vorbeischleichen. Hier hilft nur kämpfen oder weglaufen. Und wer kämpfen will, hat das besser geübt und sich gut mit Heilgegenständen eingedeckt. Als Belohnung für eine Reise durch spirituell verseuchtes Gebiet winken oft seltene Ressourcen. Manchmal liegt dort auch nur ein Schlüssel, sodass es sich Spieler*innen nicht aussuchen können, ob sie diesem besonders gefährliche Terrain betreten wollen oder nicht.

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Um die neuen Gefahren zu meistern, gibt es neue Kampftechniken, die Kara an verlassenen Lagerfeuern lernen kann, beispielsweise Blocken oder einen Ausweichangriff. Zudem gibt es neue Gegenstände, die für den Kampf oder speziell gegen Ahnengeister hergestellt werden können, darunter Speere und Pfeile mit Extraschaden gegen Geister oder Masken, die bestimmte Kampftechniken erleichtern oder verbessern.

wbupdate 4Glitches und von Grund auf kaputtes Gameplay, wie Nutzerrezensionen es immer wieder berichten, konnte ich bisher nicht reproduzieren, auch wenn selten Grafikfehler aufgetreten sind, mein Boot einmal verschwunden ist (lange vor dem letzten Update) und sich ein Monster ein einziges Mal ohne Gegenwehr besiegen ließ. Insgesamt lief also alles stabil und war eine tolle Spielerfahrung (mehr dazu in meiner ersten Rezension).

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Fazit: Mehr Kämpfe und schwieriger als früher

Der neue Fokus auf das Kämpfen erweitert das Gameplay, verändert die Spielerfahrung aber deutlich. Windbound – Brave the Storm ist dadurch erheblich schwieriger geworden, insbesondere durch die Kämpfe am Ende einer Spielwelt, bei denen je nach Spielmodus der gesamte Spielerfolg oder Teile davon auf dem Spiel stehen. Für diejenigen, die eine Herausforderung suchen, ist das natürlich gut. Aber für jene, die an dem Spiel liebten, dass es überschaubar, entspannend und leicht zu erlernen war, ohne langweilig zu werden, dürfte das eher ein Nachteil sein. Was die im Hintergrund mitlaufende Geschichte anbelangt, fügen sich die Ahnengeister dennoch gut in die Welt – inwiefern, das sollten alle, die Lust auf das Spiel haben, besser selbst herausfinden.

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Trailer zu Windbound – Brave the Storm

 

Infokasten

„Windbound – Brave the Storm“

Entwickler: 5 Lives Studios

Publisher: Deep Silver

Plattformen: Xbox One (Im Test), PlayStation 4, Windows PC, Nintendo Switch, Stadia

Australien 2020

Bildrechte: Die Bilder dieses Artikels sind Ausschnitte aus dem besprochenen Medieninhalt. Deren Rechteinhaber können Sie dieser Infobox entnehmen.

Letzte Änderung amSamstag, 15 Mai 2021 11:52
André Vollmer

Schriftsteller. Forscher. Phantast. Am Meer geboren. Gründer von Mellowdramatix.

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„Better to write for yourself and have no public, than to write for a public and have no self.“

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